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Unser Haus: nicht geeignet für ein unbeschwertes Schülerleben

Das 24. Kalendertürchen des Adventskalenders zur Lage der Berliner Schulen gehört den Schülerinnen und Schülern. Neben den Lehrerinnen und Lehrern sind sie diejenigen, die einen Großteil des Tages in der Schule verbringen. Im Unterschied zu den Erwachsenen sind sie jedoch nicht freiwillig hier. Für jeden und jede unter 16 Jahren gilt die Schulpflicht.

Ein Staat, der Bildung für so wichtig hält, dass er seine Jugend in von ihm kontrollierte und zum allergrößten Teil auch betriebene Schulen steckt, müsste ein Interesse daran haben, dass dieses behördlich angeordnete Lernen auch in einem Umfeld stattfindet, das eben jener Unterweisung förderlich ist.

Die Schüler des Primo Levi Gymnasiums in Pankow haben daran ihre Zweifel. Und sie tun das einzig Richtige: Sie erklären der Stadträtin, dass sie das nicht länger hinnehmen wollen. Sie schreiben einen Brief und schicken Fotos.

 

Wenn es um die Berliner Schulsituation geht, dann wird immer von zwei Aspekten gesprochen: Zu kleine Räume für zu viele Schülerinnen und Schüler und marode Schulgebäude. Ein Beispiel für beide Situationen ist das Primo-Levi-Gymnasium.

Das ehemals aus zwei Schulen, der ehemaligen Carl-James-Bühring- und der ehemaligen Wieland-Herzfelde-Oberschule, bestehende Gymnasium, wurde 2007 aus eben jenen Vorgänger-Schulen fusioniert und trägt seit dem den Namen Primo-Levi-Gymnasium.

Das Haus B feierte vor einigen Jahren seinen 100sten Geburtstag und dem Haus A steht dieser in wenigen Jahren bevor. Dass solch eine Zeit nicht ohne Spuren an Gebäuden vorübergeht merken die Schülerinnen und Schüler immer wieder. In beiden Gebäuden ist an diversen Stellen nicht nur der Putz ab, sondern wenn er denn einmal da ist, dann unübersehbar, da entsprechende Malerarbeiten nicht getätigt wurden. Auch so manches Rohr hängt einfach in der Gegend rum und wirkt nicht unbedingt wie das zuverlässigste.

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Diese baustellenähnlichen und ungesicherten Flecken, die im Schulalltag immer wieder präsent sind, sind nicht unbedingt förderlich für ein unbeschwertes und angenehmes SchülerInnenleben.

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Ebenfalls die Anzahl von 32 Schülerinnen und Schülern in vielen Klassen sind einen Herausforderung, die es zu meistern gilt. Doch dies ist problematisch in Hinsicht auf die vorhandenen Räume, welche meist nicht einmal für 30 SchülerInnen ausreichen. So ist die Distanz aus der auf die Smart Boards stellenweise geschaut werden muss selbst für junge Augen, welche es gewohnt sind des Öfteren auf Displays zu schauen, eher gewöhnungsbedürftig.

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Dadurch dass gelegentlich für einige Räume extra Stühle und Tische herangeschafft werden müssen, um die SchülerInnenanzahl zu bewältigen, passiert es nicht selten, dass SchülerInnen zwischen Tisch und Wand eher eingeengt sind als wirklich ihren Platz zum Lernen zu haben. Dass sie dabei gelegentlich auch schon fast vor der Tür sitzen und so kaum Platz für vorbeigehende Menschen bieten, ist keinen Zustand für eine angenehme Lernatmosphäre.

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Im November 2014 thematisierte die SchülerInnenvertretung eben jene Probleme und brachte diese zu Papier, indem sie Bilder von SchülerInnen und LehrerInnen anfertigen ließ und diese dann mit einem Schreiben an Frau Zürn-Kasztantowicz, zuständige Stadträtin für Soziales, Gesundheit, Schule und Sport im Bezirk Pankow, schickte. Im Februar 2015 kam dann die Antwort. Frau Zürn-Kasztantowicz stimmte zu, dass die zu kleinen Räume auch für das Bezirksamt Pankow in der Belegung der Schule ein großes Problem darstellt.
Man teilte mit, dass die Sanitäranlagen in Haus A in das neu aufgelegte Programm zur Sanierung von Sanitäranlagen aufgenommen wurden, aber die Raumgrößen hingegen sich leider erst mit einer Sanierung anpassen lassen würden. Als Perspektive für 2016 stellte man die Sanierung der Elektroanlagen in Haus B in Aussicht, nach welcher auch erst dann eine malermäßige Aufwertung sinnvoll ist.  Aber selbstverständlich dürften die Schülerinnen und Schüler selbst aktiv werden.

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In den Folgemonaten des Antwortschreibens gab es immer wieder ein paar kleinere, kosmetische Maßnahmen. So wurde beispielsweise ein Treppenaufgang, welcher im zweiten Weltkrieg durch eine Bombe stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, noch einmal neu verputzt und gestrichen, da auch hier der Putz seit einiger Zeit wieder bröckelte. Leider war dies nur eine der wenigen Maßnahmen, so dass immer noch einiges an Handlungsbedarf besteht.

Leonard Wolf
Schülersprecher

 

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