BEA Mitte fordert kostenloses Schulessen für alle Kinder

7Kaum hatte die Schule wieder angefangen, kam das Kind freudestrahlend nach Hause. Stell dir vor, wir haben eine neue Cafeteria, und einen neuen Caterer! Da ist das Essen richtig lecker! Breites Zahnspangengrinsen. Und, schon getestet? Nein, nur die Snacks – da gibt’s Smoothies, die schmecken total gut! Glückliches Zahnspangengrinsen.
So weit das Wort zum Kalendersonntag, der ohne gute Nachrichten nicht denkbar wäre.

Nun aber zur leidvollen Realität, die viele Schüler in ganz Berlin erleben müssen. Essen in Schichten, in beengten Räumlichkeiten, in denen  Speisen angeboten werden, die vorher stundenlang warm gehalten wurden.

Armin Gaspers vom BEA Mitte fordert neben einem kostenlosen Mittagessen für alle Schüler unter anderem auch die Entwicklung eines von Jugendlichen akzeptierten Angebots.

Dass so etwas zu bezahlbaren Preisen möglich ist, haben wir ja jetzt gesehen. Zahnspangengrinsen für alle!
Noch 7 Tage bis zur Wahl.

Heute haben wir ausnahmsweise nicht das Wahlkampfthema „Schulgebäudesanierung“, welches eigentlich keines sein dürfte. Denn die bisherige Politik regierte wenig in der Vergangenheit, sondern „lethargierte“ hier auf Kosten der Substanz. Es nimmt karikaturistische Züge an, wenn Politiker vollmundig Programme anpreisen, die aber unter genauer Betrachtung ein kostspieliges Ausräumen der eigenen Fehler der Vergangenheit bedeuten.

Nein, heute geht es um das Thema Schulessen, bei dem einiges sauer aufstößt. Denn an keinem Beispiel wird so deutlich, wie sehr die Schere von Arm und Reich weiter aufgeht. Im Idealfall sieht es so aus: Kinder bekommen ein frisches, schmackhaftes und gemüsereiches Mittagessen. Das Essen soll in einer sauberen, angenehmen Atmosphäre, bei ausreichender Zeit eingenommen werden. Ein Schulessen beugt unter anderem eine Unter-, aber auch eine Überversorgung vor und es wird ein Beitrag zur Prävention chronischer ernährungsbedingter Krankheiten geleistet. Ein Schulessen dient der Charakterbildung, denn in keiner anderen Situation wird so stark sozial kommuniziert, wie während der Teilnahme und Einnahme von Schulessen.

Die Realität sieht leider anders aus. Neben Pommes, Spaghetti und Schnitzel gibt es zu wenig Gemüse, zu wenig oder keinen Platz, aufgewärmtes oder warmgehaltenes Essen und zu wenig Esser. Vor allem Schülerinnen und Schüler an Oberschulen, wie Gymnasien melden sich immer mehr vom Schulessen ab, sodass auch Caterer sich über mangelnden Absatz beklagen und Verträge mit Oberschulen kündigen.

Selbst an Vorzeigeschulen, wie dem Musikgymnasium C. P. E. Bach in Mitte zeigt sich dieses Problem. Nachdem der Caterer den Vertrag wegen zu geringer Essen gekündigt hat, haben Eltern und Schulleitung über ein halbes Jahr händeringend einen neuen Caterer gesucht. Viele Monate blieben hier die Teller leer.

Die Gründe der Schülerinnen und Schüler sind vielfältig. Vor allem liegt es aber daran, dass das Essen nicht so angeboten wird, wie Schülerinnen und Schüler es sich vorstellen. Zehntklässler und darüber verlassen lieber die Schule und versorgen sich in den Imbissbuden der Umgebung. Hier fällt es auch nicht auf, ob sich jemand nur ein Brötchen für 1,50 Euro leisten kann! Der Aspekt der Kosten wird oft unterschätzt.

Viele Eltern können sich ein Schulessen nicht leisten. Die Senatsverwaltung verweist gerne auf die BuT und Härtefallregelungen, verschweigt aber, dass selbst Bezieher von BuT-Mitteln 1 Euro pro Essen zuzahlen. Kindern von Sozialgeldempfängern stehen im Alter von 6 – 13 Jahren nur 0,76 € und Jugendlichen ab 14 Jahren nur 0,87 € für das Mittagessen nur zur Verfügung.

Eine Unterscheidung in „Vollzahler“, „BuT Empfänger“ und „nicht-Teilnehmer“ führt zu sozialer Ausgrenzung. Dass Schulen damit beauftragt werden, Schülerinnen und Schüler zu kategorisieren, ist ein Fehler: Schule ist kein vorurteilsfreier Ort. Einem Kind von bildungsfernen und finanziell schlecht ausgestatteten Eltern wird weniger zugetraut und nachweislich schlechter beurteilt.

Daher fordern Berliner Eltern von der zukünftigen Politik:

1. Kostenfreie Schulessen für alle Schülerinnen und Schüler.
2. Die Entwicklung eines von Jugendlichen akzeptierten Angebots.
3. Die Ermittlung und Aufnahme von Platzbedarf und Raumgestaltung in das Musterraumprogramm.
4. Ausstattung der Schulen mit Produktionsküchen.

Armin Gaspers
bea@bea-mitte.de
Vorsitzender des Bezirkselternausschusses Mitte, Mitglied des Landeselternausschusses und des Bundeselternrates

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