7 Lilienthal-Gymnasium Duschbereich

3. Dezember | Hier ist Sportunterricht gesundheitsgefährdend

Sie nennen es Turnhalle

Eine Vorbemerkung: Wir sprechen über Berlin. Die Hauptstadt eines der reichsten Länder der Welt.
Es berichten: Eltern des Lilienthal-Gymnasiums.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Das Lilienthal-Gymnasium besteht aus einem denkmalgeschützten Altbau und einem Neubau aus den 80er Jahren. Die Turnhalle, die durch eine Trennwand in zwei kleine Hallen getrennt werden kann, wurde Anfang der  70er Jahre ergänzt und befindet sich inzwischen in einem erbärmlichen Zustand.

1 Lilienthal-Gymnasium Turnhalle
Sporthalle mit Plastik-„Verglasung“
3 Lilienthal-Gymnasium Umkleide Fenster_Wand
Wand und Fenster der Umkleide: in der Ecke blüht der Schimmel

Der Sportunterricht ist für die über 700 Schülerinnen und Schüler sowie für die Lehrerinnen und Lehrer zunehmend eine gesundheitliche Belastung. Die Sporthalle befindet sich zwar noch in funktionsfähigem Zustand, jedoch sind die gesundheitlichen Risiken wie Kälte, Lärm und Schimmelbefall nicht mehr hinnehmbar!
Die großflächige „Verglasung“ der Halle besteht aus einer doppelten Plastikschicht, die nicht ausreichend gegen Kälteeinflüsse isoliert und den Straßenlärm der dahinterliegenden Kreuzung Hindenburgdamm / Ringstraße / Bäkestraße derart weiterleitet, dass es zu einer unzumutbaren Lärmbelastung im Unterricht kommt. Hinzu kommt der fehlende Schallschutz innerhalb der Halle, um die Lärmbelastung während des Unterrichts auf einem erträglichen Maß zu halten.
Ein weiteres Problem ist der Schimmel; so befindet sich z.B. in einem der Geräteräume eine Außentür, die aufgrund fehlender Isolierung von Schimmel befallen ist.

Außentür, die aufgrund fehlender Isolierung von Schimmel befallen ist
Außentür, die aufgrund fehlender Isolierung von Schimmel befallen ist

In den Umkleidekabinen stellt sich die Situation noch brisanter dar; hier findet man großflächigen Pilzbefall, vor allem an den Außenwänden im Bereich der sich dort befindenden Kältebrücken.  Fensterdichtungen sind faktisch nicht mehr vorhanden.

 Umkleidekabine mit Schimmelbefall großflächig verwischt
Umkleidekabine mit Schimmelbefall großflächig verwischt

Der gesamte Sanitärbereich ist in einem inakzeptablen Zustand und muss aus gesundheitlichen Gründen dringend saniert werden!
Zum einen können die modernen Duschanlagen nicht genutzt werden, da die Heizungsanlage nicht in der Lage ist, durch eine entsprechend hohe Vorlauftemperatur eine Legionellen-Besiedlung zu verhindern (zuletzt 2012 festgestellt!). Zum anderen lassen sich die Fenster nicht öffnen und sind ebenso wie die Wände im Duschbereich verschimmelt.  Das Wasser in den Handwaschbecken im Sanitärbereich darf wegen des alten Rohrsystems und der damit verbundenen Schadstoffbelastung seit ein paar Jahren nicht als Trinkwasser verwendet werden.

kein Trinkwasser...
kein Trinkwasser…

Am schlimmsten stellt sich jedoch der Toilettenbereich dar! Hier wurden Holzwände nur gestrichen und sind nicht mehr dem Standard entsprechend hygienisch zu reinigen! Die Fotos sprechen für sich!

Toilette der Sporthalle
Toilette der Sporthalle

Obwohl die teilbare Halle von der 1. bis zur 11. Stunde (17:45 Uhr!) genutzt wird, reicht die Kapazität nicht aus, um den gesamten Sportunterricht der Schule abzudecken. So müssen unsere Schülerinnen und Schüler zum Teil weite Wege mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in Kauf nehmen, um weiter entfernte Turnhallen aufzusuchen. Dabei gehen auch jeweils eine Stunde des Sportunterrichts sowie die angrenzende Pause für den Fahrweg verloren!
Insgesamt lassen die gesundheitlichen Belastungen keinen anderen Schluss zu: Die Turnhalle muss von Grund auf saniert werden. Alternativ muss der Neubau einer Doppelstockhalle erfolgen!

Mit freundlichen Grüßen
Ulrike Kipf
GEV Vorsitzende

Fenster
Fenster
Wand in Toilette
Wand in Toilette
Schimmel unterhalb der Dusche
Schimmel unterhalb der Dusche

2 Gedanken zu „3. Dezember | Hier ist Sportunterricht gesundheitsgefährdend“

  1. Alle Jahre wieder. BER, Elbphilharmonie, Stuttgart 21…und vergangene Woche die Staatsoper Berlin – jaja, es nervt langsam. Auch als Bürger mit Wut im Bauch ist man seiner Wut überdrüssig. Offensichtlich geht es uns jedoch noch viel zu gut, um weiterhin tatenlos zuzusehen, wie unsere Kinder in den Schulen „gehalten“ werden. Es ist eine Schande, schlicht und ergreifend eine Schande. Übrigens auch für die Lehrer. Würden Sie gerne an einem solchen Arbeitsplatz Ihrem Job nachgehen? Wollen wir warten bis unsere Kinder – ZU RECHT – sie Schule boykottieren?

  2. Das sind Zustaende, die mich fassungslos machen. Deutschland ist ein rohstoffarmes Land, wir koennen nur unser Wissen, unsere Technologien verkaufen. Wenn unserem Nachwuchs aber die Moeglichkeit genommen wird, sich Wissen in einer angenehmen Umgebung anzueignen, koennen wir doch eigentlich gleich einpacken.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>