Schulhort am Limit: für 80 Kinder geplant, 250 kommen täglich

1Berliner Ganztagsschulen – wir sagen es es auch gerne immer wieder – sind zu klein. Erstens hat wohl niemand ernsthaft an einen Erfolg des Modells geglaubt. Dass es flächendeckend einen Bedarf für diese Art von „Fremdbetreuung“ geben würde, erschien manchen eher unrealistisch. Außerdem mussten die Mittel aus dem Ganztagsschulprogramm, das die Bundesregierung 2004 aufgelegt hatte, für alle reichen. Gießkannenprinzip in Zeiten klammer Kassen heißt: Gleich schlecht für alle. Die Folgen sind heute überall zu spüren.

Konkret heißt das in Nikolassee: Drei mal so viele Kinder wie ursprünglich geplant besuchen den Hort der Johannes-Tews-Grundschule heute.

Alle Schulen, die in den nächsten Jahren saniert werden müssen, haben in der Regel auch ein Platzproblem. Wir brauchen dringend zusätzliche Mittel für mehr Räume.
Morgen wird gewählt.

Der Hort der Johannes-Tews-Grundschule in Berlin-Nikolassee platzt aus allen Nähten. Ursprünglich war er für die Betreuung von 80 Kindern konzipiert, mittlerweile werden dort 250 Kinder betreut, die Schüler der „Verlässlichen Halbtagsgrundschule bis 13 Uhr nicht mitgezählt. Wobei der Hort sich auch noch auf zwei Standorte (ehemalige Direktorenvilla und einige Räume im Neubau) verteilt.

Die Raumsituation im Neubau ist zerfahren. 180 Kinder teilen sich:

  • drei Räume im Erdgeschoss;
  • einen Raum im Obergeschoss, der allerdings davor für die VHG zur Verfügung steht und vormittags Teilungsraum ist.
  • Zwei weitere Räume im Obergeschoss sind Klassenräume und erfahren durch die ergänzende Förderung und Betreuung eine Doppelnutzung.

GS Nikolassee

Angemerkt sei noch, dass den Erziehern ein viel zu kleiner Büro- und Personalraum (zumal ohne Personal WC – Arbeitsstättenverordnung?!) zur Verfügung steht.

Insofern ist die Situation sowohl für die Kinder als auch die Erzieher unbefriedigend!

Das Ganze vertont:

Der Hort

Tews-Grundschule, in Nikolassee.
Vielfältig, so wie Berlin.
Den Hort gibt es doppelt,
die alte Dienst-Villa,
charmant von der Zeit gezeichnet (wie Berlin),
und ein neues Provisorium, nun fest etabliert (Berlin?),
beide durch einen schönen Spaziergang getrennt.

Beide anziehend, so sehr, dass
es mehr Kinder als Platz gibt.
Und Bambule, die dafür reichlich.
Man arrangiert sich, niemand ist richtig zufrieden (Berlin?).
Weniger morscher Charme und mehr Platz wären auch schön;
wär doch mal was Neues, in Berlin.

Christian Weidner
für den Vorstand der Gesamtelternvertretung der Johannes-Tews-Grundschule

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